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Projekt Kochen und Backen mit Kindern

 


1. Einleitung


Der Bezug zu Nahrung, den die Menschheit in früheren Zeiten hatte, fehlt heutzutage vielen Kindern. Sie realisieren gar nicht mehr, was sie essen und wie ein Gericht hergestellt wird.


Über Jahrtausende waren Lebensmittel knapp. Auf allen Erdteilen mussten die Menschen oft hungern. Alles wurde verwertet, nichts wurde weggeworfen. Zumeist gab es nur Brot und Getreidebrei zu essen, sowie das, was gerade auf dem Bauernhof verfügbar war. Bzw. im Garten
In den hochentwickelten Ländern leben die Menschen seit 10, 20 Jahren im Überfluss. Wir können es uns leisten, nur noch "schöne" Naturprodukte zu kaufen - der Rest wird weggeworfen. So landet mindestens ein Drittel der globalen Lebensmittelproduktion auf dem Müll, in den hochentwickelten Ländern ist es sogar die Hälfte aller Nahrungsmittel.


Wenn mindestens ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion auf dem Müll landet, ist dies nicht nur unverantwortlich gegenüber der 1 Mrd. Menschen, die unter Hunger und Unterernährung leiden, sondern auch gegenüber der Natur, die letztlich unsere Existenzgrundlage ist. Schließlich müssen ja mehr Flächen urbar gemacht werden, als benötigt werden.


Heutzutage haben Nahrungsmittel auch an Wertschätzung eingebüßt, weil wir zunehmend an einem weiter verarbeiteten Zustand kaufen (z.B. Fertiggerichte) und weil wir nicht mehr an der Produktion beteiligt sind. Früher haben die Menschen für ihr Essen "geackert".


Mit dem Kauf weiterverarbeiteter Lebensmittel, verliert der Mensch auch an Geschmack für das Natürliche und das Gesunde. So hat die Lebensmittelindustrie schnell gelernt, dass sie ihre Produkte leichter verkauft, wenn diese viel Zucker und Fett enthalten, durch Farbstoffe eine ansprechendere Farbe bekommen, sowie durch Geschmacksverstärker und Aromastoffe "aufgebessert" werden. Hauptsache Preis und Geschmack stimmen!


Das Essen wird auch entsinnlicht, wir schmecken nicht mehr die natürlichen Zutaten aus dem salzigen oder süßen "Einheitsbrei" heraus. Es wird "entrhythmisiert", wir essen nicht mehr zu bestimmten Zeiten, sondern wenn wir Hunger oder Lust auf etwas haben. Dass Essen wird somit auch "individualisiert", wir essen mehr in Kantinen oder auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder Schule. Somit werden die Mahlzeiten immer weniger zu einem "sozialen" Akt im Familienkreis; selbst wenn mehrere Familienmitglieder anwesend sind und gemeinsam etwas essen, läuft der Fernseher. Tischgespräche werden immer seltener, Tischkultur wird nicht mehr praktiziert, Tischsitten werden nicht mehr vermittelt.